Wo kommts her? Der Hahn im Korb!

Mit diesem Artikel möchte ich eine Serie ins Leben rufen, die sich mit der Herkunft der Worte bzw. mit der Etymologie der deutschen Sprache befasst. Bei dieser Lehre, werden Geschichte und Herkunft der Wörter analysiert. Daraus lassen sich  dann Wort  Bedeutung und Wort Form ableiten. Wie spannend!

Wie komme ich darauf? Als bekennender Duden Junkie  *g*, befindet sich das eine oder andere Buch der Reihe in meinem Regal. So auch:

Das Herkunftswörterbuch (Nr. 7)

Und da Ostern naht und die Herren der Schöpfung dabei in den Hintergrund treten, denn die lieben Hennen legen uns die Ostereier, beschäftige ich mich heute mit dem Begriff:

Der Hahn im Korb


Hahn - stocpic

“” ¹(ugs) (als einziger Mann in einem Kreis von Frauen).
>> Hauptperson, Mittelpunkt sein<<

Die Wendung bezieht sich darauf, dass der Hahn höher eingeschätzt wird als die ihn umgebenen Hennen. Mit Korb ist wahrscheinlich das Behältnis gemeint, in dem die Tiere auf den Markt gebracht werden. “”

Was lesen wir denn da?

Höher eingeschätzt! Das lasse ich mal unkommentiert. Vielleicht fällt Euch dazu etwas ein ;-)

¹Auberle Annette , Dr. Klosa Annette: Das Herkunftswörterbuch, S. 311

Lese auch bei Lili: Haare auf den Zähnen! die mich angespornt hat, meine kleine Artikelserie ins Leben zu rufen. War ich doch leicht verunsichert, als Sie sich einst des Herkunfts- Themas annahm.

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  1. Ralf schrieb:

    Dazu fällt mir ein: “Eulen nach Athen tragen”.

    Weiss jemand, was das bedeutet…?

    Nun, einfach umschrieben, “etwas unsinniges tun” denn der Ursprung ist der, dass im damaligen Athen viele Eulen lebten, die Reichtum und Klugheit bedeuteten (die Rückseite athenischer Münzen wurden von diesem Tier geziert). Und da Athen eine der reichsten Städte war, gab es dort entsprechend viele Münzen (und Eulen). Also war es unsinnig, noch weiteren Reichtum (Eulen) nach Athen zu tragen…

    Huh- hoffentlich versteht das jetzt jeder, was ich da geschrieben habe… ;-)

    [Antwort]

  2. rundumkiel schrieb:

    Das mit dem Hahn stimmt schon – der schätzt sich übrigens selber “höher” ein. Wir haben noch einen Hahn und ich glaube vier Hühner. Wenn ich in den Hühnerhof gehe, dann nur mit Besen bewaffnet. Aus Sicherheitsgründen. Der Hahn ist vollkommen irre. Geht auf alles los. Auch auf mich! Also: Von wegen Hintergrund… nichts da. Zumindest dieser Hahn tritt definitiv nicht in den Hintergrund. Auch wenn er keine Eier legen kann…

    [Antwort]

  3. Erdbeere schrieb:

    @Ralf: cool, ja die Bedeutung sagt mir was. Du hast sie auch vorbildlich erklärt! Danke für Deine Erweiterung :-)

    @rundumkiel: lach. Ihr habt einen Hahn und dann auch noch gewalttätig? Oh Gott, wann wird man denn so geweckt, an 365 Tage im Jahr?

    Was ein Glück haben wir keinen Hahn, darauf habe ich bei der Besichtigung der Wohnung und näheres Umfeld, wie den Hühnerstall, geachtet.

    Erdbeergruß

    [Antwort]

  4. Mamü schrieb:

    Liebe Erdbeere,

    interessant. Freue mich schon auf diese Serie.

    Höher eingeschätzt… ts… wenn man(n) sich da mal nicht VERschätzt hat… ;-)

    Liebe Grüße,
    Martina

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 22nd, 2010 18:17:

    Man hat, man hat liebe Martina. Siehe auch passend dazu, den Kommentar von Hr. rundumkiels Hahn-Erfahrung :-)

    [Antwort]

  5. GZi schrieb:

    Tja, da Herr rundumkiel sehr gerne Eier ist und mittlerweile durchaus die Qualität der Eier vom eigenen Hof zu schätzen weiß, hat er das Krähen des Hahnes in Kauf genommen. Allerdings passiert es äußerst selten, dass er sich in die Tiefen des Gartens Richtung Hühnerstall bewegt ;-) Und er hat einen absolut tiefen Schlaf, er hört noch nicht mal den Hund.
    Aber viel interessanter ist doch der übertragene Sinn: im Mittelpunkt stehen, Hauptperson sein – wie beim bunten Hahn – schon ziemlich typisch, ähm, männlich… :-)

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 22nd, 2010 19:32:

    Hihihi, so einen gesunden Schlaf hätte ich auch gerne. Man hat mir berichtet, ich würde schon von einem fallenden Socken, fast senkrecht im Bette stehen. Ziemlich nervige Eigenschaft, da lob ich mir Hr. rundumkiels tiefen Schlaf! Mich würde der Hahn ja um den Verstand bringen.

    Und frische Eier liebe ich auch. Ab und an, bekomme ich von Vermieters Hühnereier etwas ab :-)

    [Antwort]

  6. Miki schrieb:

    Auf jedem Hof gibt’s nur einen Hahn, oder? Sonst gibt’s Hahnenkampf. Frag mich grad, mit wem verwechselt der Hahn Herrn rundumkiel? Ist da eine Modeberatung fällig? :-D

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 23rd, 2010 08:15:

    Hihihi, Miki, das kann natürlich sein.

    Nein, sicherlich ist Hr. rundumkiel so prächtig, dass der Hahn vor Neid erblasst.

    [Antwort]

  7. Lilie schrieb:

    Liebe Erdbeere,
    schön, dass du jetzt deine Reihe der Redewendungen in Angriff genommen hast. Da werde ich doch einmal nachschauen, was mein Buch dazu sagt ;-) Aber jetzt muss ich zuerst einmal zur Arbeit *grummel*
    Hab’ einen guten Start in den Tag
    Iris

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 23rd, 2010 08:16:

    Lol, kannst ja mal in Deinem schlauen Buch nachsehen *g*

    Ich muss nun auch los, auch Dir einen schönen Arbeitstag
    Erdbeere mit Feierabendwunsch-Gruß

    [Antwort]

  8. Sabine schrieb:

    Das hat mit “Höherwert” wohl nix zu tun :roll:
    Es wird im Stall halt nur ein Gockel geduldet.
    Für meine Bauernoma waren die eigentlich immer lästig, weil die ab einem gewissen Alter agressiv wurden und geschlachtet werden mussten – und nicht mal zum Essen waren die gut. So wirklich nett ist dieser Spruch nämlich nicht für die Männers ;-)

    Ein Sprichwort mit Doppelbedeutung: der reife, erfahrene Hahn bringt Ruhe ins Sozialgefüge – der junge aufgeblasene Möchtegerngockel bringt nichts (nur Ärger)

    Liebe Grüße
    Sabine

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 23rd, 2010 15:01:

    Hahaha, gut das Du uns aufgeklärt hast. Ich habe mich auch schon gewundert!

    Wir hatten auch immer einen Hahn, die meisten davon waren auch aggressiv und haben nach der Oma geschnappt *g*. Ich bin schön draußen geblieben und habe den Salat durch den Zaun geschoben :-)

    [Antwort]

    Sabine Antwort vom März 24th, 2010 08:24:

    Jo … die können richtig fies sein. Ich kann mich erinnern, dass ein Nachbar Verstärkung brauchte, um den Gockel einzufangen – das war dann das letzte Aufbäumen … kräh mir das Lied vom Tod …

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 24th, 2010 14:32:

    hahaha, so gehts, wenn man sich nicht zu benehmen weiß!

  9. Wolfgang schrieb:

    Naja der Hahn wird von den Hennen höher eingeschätzt als eine andere Henne. Und es kommt hinzu, dass erst ab ca. 30 bis 40 Hühnern ein Hahn einen weiteren Hahn duldet. Sonst gibt es nur Machtkämpfe. Man könnte auch sagen: Der Hahn beansprucht seinen “Harem”. Im übgrigen lohne es sich aber auch nicht ein Huhn zu sein, denn wie man in dem verlinkten Artikel lesen kann gibt es auch dort schon eine Aussteigerbewegung.

    [Antwort]

  10. Erdbeere schrieb:

    Huhu Wolfgang,

    Super Dein Artikel über das Huhn, im besonderen die Rechnung, die Du anführst *g*.

    Gruß
    Erdbeere

    [Antwort]

  11. Gerd schrieb:

    Das mit dem “Hahn im Korb” ist meistens ein Irrglaube von vielen Männern.
    Das Gackern der Hühner ist kein Loblied auf den Hahn, sondern meistens ein “Lästern”! ;-)
    Aber lasst uns Männern wenigstens den Glauben! :lol:

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 23rd, 2010 18:08:

    Lästern würde ich das nicht nennen lieber Gerd, eher ungläubiges Kopfschütteln über manch eine Eigenschaft, die ihr Männer so mitbringt.

    Und Du kannst getrost sein, die meisten Mädels, die ich kenne mögen die Männer sehr gerne :-)

    Lieben Gruß

    [Antwort]

  12. Papa Schlumpf schrieb:

    Dieser Artikel ist heut für mich noch eine zu “schwere Kost” aber ich bin froh das es Hühner und Hähne gibt, denn sonst würd i koi Osterei bekomme :)

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 23rd, 2010 20:08:

    Das stimmt, dass eine ergibt ohne das andere kein Osterei. So gesehen, doch eine nette gackernde, krähende Verbindung :-)

    [Antwort]

  13. Lilie schrieb:

    So, jetzt habe ich in meinem schlauen Buch nachgeschaut ;-) Also:
    Hahn im Korb = sehr begehrt sein. Herkunft: Vor ihren Kämpfen werden in den südlichen Ländern die Hähne im Korb präsentiert und pflichtschuldig bewundert.

    Na, so positiv ist dieser Vergleich dann wohl doch nicht. Zuerst müssen sie sich pflichtschuldig bewundern lassen und dann auch noch kämpfen … Welcher Mann will jetzt noch Hahn sein :shock: ????

    Grinsende Grüße
    Iris

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 24th, 2010 18:12:

    Ah super, das ist ja eine interessante Definition. So schlau ist mein Buch nicht.

    Aber seien wir ehrlich, welcher Mann möchte nicht begehrt sein?! Auch wenn das heißt, zum Kampfe antreten zu müssen *g*

    Grinsenden Gruß zurück

    [Antwort]

    Lilie Antwort vom März 24th, 2010 19:10:

    Hihi …

    [Antwort]

  14. Fulanos Worte schrieb:

    Ich glaube doch an die “Höherwertigkeitstheorie”!
    Ein Hahn und viele Hühner bedeutet jedenfalls deutlich mehr Eier, Nachkommen und leckeres Fleisch als ein Huhn und viele geile Hähne ;-)
    Und jetzt komme mir keiner mit Emanzipation etc. Das kann man von Viechern, die gerne auf dem Mist rumstehen nicht wirklich erwarten.

    @Lilie
    Mag sein, dass das Sprichwort daher kommt. Aber dann nutzen wir es eindeutig falsch.

    Gruß
    Fulano

    [Antwort]

  15. Erdbeeranbauer schrieb:

    Dieser Artikel stellt einen momentanen Schnappschuss meiner Interessen dar.
    Da Obst nicht genug ist, beschäftige ich mich seit einiger Zeit intensiv mit dem Erdbeeranbau.
    Hahn und Henne werden mich in Zukunft beschäftigen, nachdem der Plan mit dem Hühnerstall ausgeführt ist.
    Sprache, Literatur und Etymologie gingen mir heute (grundlos?) durch den Kopf. Waren aber präsent genug für die spontane Googlesuche “erdbeere hahn sprache”.
    Und hier bin ich gelandet…
    Grüße aus dem sonnigen Karlsruhe!

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 25th, 2010 20:20:

    So lernt man sich kennen, sei gegrüßt Erdbeeranbauer :-)

    [Antwort]

  16. Broken Spirits schrieb:

    Als Hahn im Korb kann ich die Theorie von Gerd nur bestätigen: das ist kein Loblied, das ist Lästerei vom Feinsten ;-)

    Aber bei Stutenbissigkeit gibt es Popcorn, die Füße auf den Bürotisch und man(n) kann ganz entspannt etwas Höherwertiges sein… das entschädigt *fg*

    [Antwort]

    Erdbeere Antwort vom März 25th, 2010 20:25:

    Stutenbissigkeit ;-) ach schlimm, das kann ich ja so gar nicht leiden!

    … Ich muss sagen, ich werde damit auch wenig konfrontiert. Denn mit meinen Freundinnen und sonstigen weiblichen Begegnungen, verstehe ich mich immer gut :-) Liegt evtl. daran, dass mir Frauen i.d.R. meistens sympathisch sind. Und wenn nicht, dann meide ich den Kontakt ;-)

    Abendlichen Gruß
    Erdbeere

    [Antwort]

  17. [...] erste Beschreibung wurde der Hahn im Korb vorgestellt. Heute interessiert mich die Bedeutung [...]

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